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Tierisch, einfach tierisch!!

Posted by brittaco (brittaco) on 16-07-2009
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Tierisch – Tierisch!!

 An einem wunderschönen, recht heißen Sommertag im Juni 1988, saß ich vor meiner Garage und spielte mit meinem Liebling, einem recht struppigen Strolch namens „Charly“

Er holte sich seine Streicheleinheiten und ich wartete auf die Rückkehr eines Fahrers der eine Auslieferung gemacht hatte, um ihm einen neuen Auftrag zu geben.

Aber ich will der Geschichte nicht vorgreifen denn das – das hatte sich eine ganze Weile vorher ja schon abgespielt.

Morgens, also einige Wochen nach den Streicheleinheiten, die ja täglich fällig waren, kam ich aus der Wohnung und mein Charly lag, alle Viere von sich gestreckt, mitten in der Garageneinfahrt und bewegte sich keinen Zentimeter als ich ihn ansprach.

Ich dachte echt, der pennt aber das war so ungewöhnlich, daß ich mich verwundert zu ihm runterbückte, ihn am Ohr kraulte und er mich zwar ansah aber nur ein lautes Rülpsen kam als Antwort – und keine Regung, die Zunge hing seitlich aus seiner Schnauze raus……

Direkt dachte ich, daß der Schlawiner wieder mal in Nachbars Hühnergarage gewesen wäre und die Eier geklaut hat aber das schien nicht der Fall zu sein.

Ihn hatte ich ganz früh beobachtet, wie er in Richtung Rhein gelaufen was, der nur ca. 50 Meter von der Garage weg war. Und danach ist er zurück hat sich irgendwo im Garten rumgedrückt und später lag er halt in der Garageneinfahrt.

Leider wurde ich in dem Moment aber auch von einem unserer Schulbusse abgelenkt der wohl einen geringfügigen Schaden hatte und der durch einen anderen Bus ersetzt werden mußte – verlor also für ca. eine Stunde oder auch länger, den Charly aus den Augen, dachte mir aber im Moment auch nichts dabei denn der war ja am pennen.

Es wurde Mittag, Kunden kamen, hielten mich auf, dann mußte ich wieder mit dem Mietwagen weg und kam dann nach Mittag also Stunden später, zum Haus zurück und wurde freudigst von Charly begrüßt.

Na, ausgeschlafen du olle Schlafmütze?? …und er sprang an mir hoch als ob nichts gewesen wäre.

Ihr könnt mir glauben – ich hatte schon ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich mich nicht so um ihn gekümmert hatte, wie es hätte sein sollen aber ich war ganz erleichtert, daß ihm nichts fehlte.

Nächster Tag:  8:00 Morgens, ich komm raus – wer liegt in der Garageneinfahrt – Brettelbreit und alle Viere von sich gestreckt ??? natürlich Charly!!

Nu kam mir die Sache dann doch komisch vor – man hätte meinen können der wäre bekifft aber das gab es  ja damals noch nicht – was war also mit dem Hund los, irgendwas hatte der gefressen……

Mir kam der Verdacht daß die Nachbarin, bei der er sich schon das Eine oder Andere Mal an deren Hühnereiern bedient hat, nun doch mal zu Abwehrmaßnahmen gegriffen haben könnte und hab sie mal ganz vorsichtig gefragt und ihr, falls der Lümmel wieder Eier geklaut hat, auch eine Entschädigung angeboten aber die machte so einen netten lieben Eindruck, der traute ich so was einfach nicht zu – also, was war da los??

Da er am Vortage ja scheinbar nur ne Mütze voll Schlaf gebraucht  hat, dachte ich, der wird schon wieder, hab ihn noch mal gestreichelt – er schaute mich mit verdrehten Augen an, rülpste mir wieder einen mitten auf die Nase und pennte weiter….

Mann, was war nur mit dem Vieh los….

 

Ich wurde langsam immer nervöser denn einige Jahre zuvor, hatte ein liebenswerter Zeitgenosse meinen geliebten Colli mit einem gebackenen Naturschwamm umgebracht und der arme Niko, so hieß der Colli, ist ganz jämmerlich daran zu Grunde gegangen. Bei der Obduktion, die ich verlangt hatte, fanden wir dann den aufgedunsenen Schwamm im Magen… furchtbar, so etwas miterleben zu müssen.

Mir schossen alle möglichen und unmöglichen Horrorszenarien durch den Kopf, ich überlegte, wer wohl dem armen Kerl was Böses antun wollte und ich fand keine Ruhe mehr – ich zermarterte mir meine Rübe und urplötzlich taucht Charly auf und will schmusen….

Ich fiel fast vom Glauben ab – der verflixte Lümmel – wollte der mich etwa ärgern – daß er ein Schlingel war, das wußten alle und daß ihm nix anderes einfiel, wie Ungezogenheiten und Lumpereien, das wußte auch jeder…. Der hätte besser Lumpi geheißen..

 

Kleines Beispiel:

Morgens um sechs Uhr: Charly steht mitten auf dem Hof, vor ihm auf dem Boden liegt ein Hühnerei, was er wohl gerade bei der Nachbarin gemopst hat und bellt, es bellt so lange, bis ich ans Fenster komme und dann schnappt er sich das Ei und zerbeißt es und die ganze Soße schleckt er dann auf – Glaubt man ja nicht, daß ich es jemals geschafft hätte, dem Lümmel so ein Ei abzunehmen… dazu war der viel zu flink und das machte dem scheinbar so richtig Spaß. Manchmal hatte ich den Eindruck, als würde der lachen, wenn´s mal wieder geklappt hat und das Frauchen umsonst die Stiege runtergesaust ist.

 

Aber, so eine Sache, ich wußte es wirklich nicht – kann ein Hund so gut schauspielern…. Das traute ich ihm dann doch nicht zu.

Na, er war am Nachmittag ganz der Alte und ich dachte mir, irgendwie wird sich schon zeigen, was da los ist.

So ging das Tagelang weiter bis, an einem sehr matschigen Tag, ungefähr eine Woche später, nachdem sich täglich das Gleiche abgespielt hatte, der Charly nicht mehr aufstand und mich mit seinen verdrehten Augen anblinzelte und mir nicht mehr mitten ins Gesicht rülpste, daß einem das Toupet wegfliegt……

Mein Herz zog sich zusammen, was war jetzt schon wieder los… ich fing an zu heulen, und ich war im Moment völlig aus der Spur und hilflos, zum Glück fuhr in dem Moment einer meiner Fahrer mit dem Kindergartenbus auf den Hof und kam direkt an um zu helfen.

Er fackelte nicht lange schnappte sich den Charly, nahm mich am Arm und setzte mich auf den Beifahrersitz und raste mit mir nach Rhens, den Berg rauf , auf die 327, die Hundsrückhöhenstraße und dann Richtung Emmelshausen…. Über die BAB und dann gib ihm Saures…. direkt zur Tierklinik in Emmelshausen.

 

Dort angekommen hab ich mir meinen Liebling geschnappt, bin in die Klinik und dann wurde er mir abgenommen und ich mußte warten – und wer in einer solchen Situation ist, der weiß, wie lange ein Minute sein kann. Jede Minute verstrich lähmend langsam und irgendwann, nach – ich weiß nicht, wie vielen Minuten Stunden oder sonstwas, kam der Arzt, machte ein ziemlich ernstes Gesicht und sagte zu mir, Tja liebe Frau, da kann ich absolut nichts machen, da ist alles zu spät…….ich ließ ihn gar nicht ausreden denn ich war echt fix und fertig mit der Welt …und plapperte irgend welchen Unsinn zusammen bis Rainer, mein Fahrer, mich bremste und der Doc weiterreden konnte…

 

Tja, liebe Frau, ich kann wirklich nicht helfen denn ich hab in meinem ganzen Leben noch nicht so einen besoffenen Köter gesehen, wie ihren Charly….

 

Waaaaaaas???…… Besoffen???….. Das glaub ich nie!!!  Wer soll dem denn Schnaps oder so was gegeben haben….???

Dann kam nur noch ganz trocken: Da muß er nu durch – den Rausch wird er so schnell nicht vergessen und das wird auch noch ne ganze Weile so weitergehen denn der hat Pernot gesoffen und jedes Mal, wenn der Wasser trinkt, dann ist der wieder blau!!!

Jetzt wuchsen meine Beobachtungen zusammen…. Irgendwo hat der Pernot geschleckt und jedes mal, wenn der runter zu Rhein geht, weil der Brand hat, dann ist der gleich wieder besoffen… das paßte plötzlich alles zusammen aber woher hatte der den Pernot???

Mein Fahrer wurde merklich ruhiger und verzog sich, ich maß dem aber keine Bedeutung bei – ich war ja viel zu viel mit anderen Problemen belastet…

 

 

Und nun kommen wir wieder zum Anfang der Geschichte, als ich auf meinen Fahrer wartete:

Er bekam von mir den Auftrag, für ein Musikstudio in Koblenz, eine Phillicorda-Heimorgel an die Tochter von den Deinhards, zum 18. Geburtstag auszuliefern – praktisch als Überraschung während der Geburtstagsparty, ich solle die junge Dame dann auf ihrem neuen Instrument einweisen.

Gut, das hatten wir ja auch alles Wunsch- und Auftragsgemäß erledigt, daß, was ich aber nicht wußte, das war, daß der Vater des Geburtstagskindes, als kleines Dankeschön, dem Fahrer nach Lieferung der Orgel, eine Flasche Pernot geschenkt hat.

Da der aber noch nie so etwas getrunken hat, hat er zwar die Flasche aufgemacht, einen Schluck davon probiert und fand das Zeugs, wie er sich später ausdrückte, ganz fürchterlich. Woher sollte der auch wissen, daß man den nicht pur trinkt sondern mit Wasser verdünnt.

Er hatte also die Flasche mit einem Korken zugemacht und die Flasche ins Flaschenregal gelegt.

Unser Charly, der ja immer auf der Suche nach irgendwelchen Schandtaten war, roch dann das Süße, knabberte an dem Korken, der fiel aus der Flasche und da die Flasche ja lag, gluckerte die ganze Suppe auf den Boden und Charly hatte nichts Besseres zu tun, als diese süße Flüssigkeit aufzuschlecken.

Danach hatte er wohl Brand – also nix wie runter zu Rhein und saufen und dann war es schon um ihn geschehen….

Aus diese Art und Weise mutierte ein gutmütiger Strolch Namens Charly zum besoffensten Köter, den der Chefarzt der Tierklinik jemals gesehen hat.

Ich war erleichtert……das könnt ihr mit glauben – irgendwie aber auch wieder lustig das Ganze – gell?? Auf jeden Fall war der 3 Wochen lang, jeden Morgen blau wie ein Veilchen!

 

Copyright by SabrinaRO

 

Last changed: 15-02-2011 at 08:21

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